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25 Jahre ACT - Jubiläumskonzerte am 2.4.2017 im Konzerthaus Berlin

Im Jahr 2017 feiert ACT sein 25-jähriges Labeljubiläum. Die zentrale Veranstaltung des von ACT25 findet am 2. April im Konzerthaus Berlin statt.

In drei öffentlichen Jubilee Konzerten präsentiert ACT seine ganze Bandbreite – von den aufsteigenden bis mittlerweile fest etablierten Künstlern des ‚young german jazz‘, über internationale Jazz Stars wie Youn Sun Nah & Ulf Wakenius, ein Tribute an Esbjörn Svensson bis zum großen Finale mit der ACT Family Band.

Tickets für die Konzerte und ausführliche Informationen gibt es ab sofort unter www.konzerthaus.de/de/ACT25 und an allen öffentlichen Vorverkaufsstellen.

ACT wird 25! Erfolgreiches Jazz-Label feiert mit Jubilee-Konzerten am 02.04.2017
Ein Vierteljahrhundert ACT: 25 Jahre magisch-musikalische Momente. Das muss gefeiert werden! Und dafür stellt das berühmte Jazz-Label ein üppiges Geburtstagsmenü auf die Bühne des Konzerthaus Berlin. Label-Größen wie Nils Landgren und Michael Wollny sowie neue Stars wie Andreas Schaerer oder Adam Baldych sind zur großen Jubiläumssause geladen. Sie spielen in drei Konzerten in unterschiedlichen Besetzungen auf: Die ACTeure geben Einblick in den Young German Jazz und ehren Esbjörn Svensson, Youn Sun Nah verzaubert im Duett, bis dann zum großen Finale eine einzigartige Family Band zusammenkommt.
1992 gründete Siggi Loch nach einer beispiellosen Karriere als Produzent und internationaler Musikmanager sein eigenes Jazz-Label – und erfüllte sich damit einen Jugendtraum! ACT wurde Entdecker und Förderer neuer Talente „in the spirit of Jazz“.
Die ACT Jubilee-Konzerte bieten ein in vielen musikalischen Farben schillerndes Label-Portrait: Jazz als Epizentrum. Offen in alle Richtungen. Von Pop, Rock, Soul und Klassik inspiriert. Am Puls der Zeit und darüber hinaus.

02 APRIL 2017
SONNTAG 14.00 UHR WERNER-OTTO-SAAL
Young German Jazz
Neue Impulse und schöne Aussichten: Eine klangvolle Visitenkarte des jungen deutschen Jazz

JULIAN WASSERFUHRTrompete
ROMAN WASSERFUHRKlavier
TONY LAKATOSSaxophon
MARKUS SCHIEFERDECKERBass
OLIVER REHMANNSchlagzeug
TORSTEN GOODSGitarre und Gesang
NATALIA MATEOGesang
THREE FALL & MELANE
LUTZ STREUNSaxophon und Bassklarinette
TILL SCHNEIDERPosaune
SEBASTIAN WINNESchlagzeug
MELANEGesang

Warum in der Ferne suchen? Das Gute liegt nah: Für ACT ist es besonderes Anliegen, dem deutschen Jazz eine starke Stimme zu verleihen. Mit der Reihe „Young German Jazz“ fördert das Label vielversprechende Talente. Mit Erfolg: Der erste YGJ-Künstler Michael Wollny gilt heute als der wichtigste deutsche Jazzmusiker seiner Generation. Auch Julian & Roman Wasserfuhr und Torsten Goods haben den Sprung an die Spitze des deutschen Jazz erfolgreich geschafft. Und mit der „Newcomerin des Jahres“ (ECHO Jazz), Natalia Mateo, und dem Trio „Three Fall“ stehen weitere Gipfelstürmer in den Startlöchern.

SONNTAG 16.30 UHR GROSSER SAAL
Die ACT25 Jubilee Konzerte: Youn Sun Nah & Ulf Wakenius / Tears for Esbjörn (Doppelkonzert)
Koreas Jazz-Star zu Gast und Erinnerungen an eine europäische Jazz-Ikone: Esbjörn Svensson

YOUN SUN NAHGesang
ULF WAKENIUSGitarre

TEARS FOR ESBJÖRN
IIRO RANTALAKlavier
JAN LUNDGRENKlavier
VIKTORIA TOLSTOYGesang
ADAM BALDYCHVioline
MAGNUS LINDGRENSaxophon und Flöte
LARS DANIELSSONBass
MORTEN LUNDSchlagzeug

Sängerinnen, die es vermögen, ein ganzes Genre wachzurütteln, sind selten. Youn Sun Nah ringt dem traditionellen Jazzgesang eine neue Note ab. In intimer Duobesetzung entfacht ihr Gesang seinen ganzen besonderen Zauber: „Ein Wunder“ schreibt Der Spiegel über das „Ausnahmetalent“ (Die Welt).
Die Musik des 2008 verstorbenen Pianisten Esbjörn Svensson hat Spuren hinterlassen. Mit seinem Trio e.s.t. gab er dem europäischen Jazz eine neue Richtung. In wechselnden Besetzungen und Interpretationsansätzen spielt ein Allstar-Ensemble Svenssons Musik und erinnert damit an den verlorenen Helden.

SONNTAG 20.00 UHR GROSSER SAAL
Die ACT25 Jubilee Konzerte: The ACT Family Band (Galakonzert)
Das große Finale des ACT Jubiläums: Protagonisten des aktuellen europäischen Jazz in einmaliger Besetzung

THE ACT FAMILY BAND
NILS LANDGRENPosaune und Gesang
MICHAEL WOLLNYKlavier
JOACHIM KÜHNKlavier
IIRO RANTALAKlavier
CÆCILIE NORBYGesang
IDA SANDGesang
ULF WAKENIUSGitarre
ANDREAS SCHAERERGesang
NGUYÊN LÊGitarre
EMILE PARISIENSaxophon
VINCENT PEIRANIAkkordion
ADAM BALDYCHVioline
CHRISTOF LAUERSaxophon
DIETER ILGBass
LARS DANIELSSONBass
WOLFGANG HAFFNERSchlagzeug
ERIC SCHAEFERSchlagzeug
UVM.

Jazz als Epizentrum. Offen in alle Richtungen. Von Pop, Rock, Soul und Klassik inspiriert: Die ACT Family Band präsentiert grenzenlose Musik „in the spirit of jazz“. Ein großes Programm und eine Weltklasse-Session zwischen Funk- und Kammerjazz, mit kraftvollen Tutti, Klaviersoli und Tastenduetten, mit verschiedenen Trios und Quartetten, mit einem gekonnten Spannungsbogen und einer mitreißenden Dramaturgie. Ungewöhnlich, abwechslungsreich, kurzweilig. Ein einmaliges Konzerterlebnis, das deutlich macht, worum es bei ACT und seinem Jubiläum geht: um die Magie der Musik.



Aus der "Alten Münze" wird ein "House of Jazz"

Es ist sozusagen ein Abschiedsgeschenk von Tim Renner. Nicht dass der noch amtierende Kulturstaatssekretär die Gründung eines „House of Jazz“ in Berlin als Ausstand geplant hätte. Mit der Bekanntgabe aber, dass der Linke Klaus Lederer künftig die kulturpolitischen Geschicke in der Stadt leiten wird, ist der Abschied von dem SPD-Mann und einstigen Musikmanager Renner unausweichlich. Andere werden seine jüngste Idee verwirklichen dürfen, die er noch nicht einmal öffentlich verkündet hat. Die Hauptrollen bei dem Coup spielen ein bekannter Jazz-Trompeter, Bundestagsabgeordnete, die Berlin einen zweistelligen Millionenbetrag widmen, und das Land Berlin, das eine kostbare Liegenschaft kulturell nutzen möchte.
In der vergangenen Woche haben die Abgeordneten im Haushaltsausschuss des Bundestages überraschend 12,5 Millionen Euro für die Sanierung der Alten Münze in Berlin bereitgestellt, eine fast 10.000 Quadratmeter große Immobilie in bester Spreeufer-Lage gegenüber dem Nikolaiviertel. Ausschlaggebend für die Bereitstellung der Gelder – das ist auf Nachfrage bei den Haushältern zu erfahren – waren die Pläne des Musikers Till Brönner, einen Ort zu etablieren, an dem deutsche und internationale Stars der Jazz-Szene konzertieren sowie talentierte Musiker im Rahmen einer Akademie gefördert werden können. Als Herz dieses „House of Jazz“, das auf Augenhöhe mit dem Bimhuis in Amsterdam oder dem „Jazz at Lincoln Center“ in New York rangieren soll, sieht Brönner ein professionelles Orchester. So ist es in der mehr als Hundert Seiten umfassenden Machbarkeitsstudie zu lesen, an der unter anderem auch das Jazzinstitut Darmstadt oder die Union Deutscher Jazzmusiker beteiligt waren.

Alles passte
Manchmal kann kulturpolitische Förderung eben auch irritierend einfach sein. Es passte, dass der seit 2014 amtierende Kulturpolitiker Tim Renner, in dessen einstiger Firma MotorMusic Till Brönner einst unter Vertrag war, für die landeseigene Alte Münze eine Form der kulturellen Nutzung suchte. Es passte, dass die Kulturstaatsministerin Monika Grütters „den Jazz aus dem Schatten etablierter Gattungen ins verdiente Rampenlicht“ holen wollte, wie sie es in diesem Jahr auf der Fachmesse „jazzahead!“ in Bremen verkündete, und es passte, dass zwei Haushälter des Bundestages, Johannes Kahrs und Rüdiger Kruse, nach mehreren Ortsbegehungen mit Tim Renner, leicht zu überzeugen waren.
Überrumpelt fühlten sich allerdings die aktuellen Nutzer der Münze. Die Gebäude stehen nämlich nicht leer. Etwa 30 Künstler arbeiten derzeit in den sogenannten Spreewerkstätten, die von drei jungen Berlinern geführt werden. Zu deren Mietern zählen etwa die US-amerikanische Neon-Künstlerin Olivia Steele, der Technoproduzent Ferdinand Dreyssig oder der nachhaltige Limonadenhersteller Lemonaid. Dazu kommen Säle, die für Events oder Ausstellungen vermietet werden, wie der aktuellen Hieronymus Bosch-Multimedia-Show. „Wir begrüßen natürlich grundsätzlich, dass Kultur gefördert wird“, kommentiert Felix Richter von den Spreewerkstätten die Pläne, von denen er erst aus der Zeitung erfahren hatte. Allerdings arbeiten er und seine Kollegen selbst seit Längerem an einem Konzept für die Flächen. Das dürfte sich überholt haben.

4000 Quadratmeter
Nicht unbedingt. So zumindest kann man Tim Renner verstehen. „Keiner hat vor, Vorhandenes zu zerstören“, sagt er. Aktuell plane das „House of Jazz“ mit 4000 Quadratmetern, sagt er, also weniger als der Hälfte der vorhandenen Flächen. Es könne auch noch weniger werden. Die andere Hälfte besteht vor allem aus zwei dringend sanierungsbedürftigen Kellergeschossen mit alten Tresoren. „Das schreit nach Kulturnutzung mit Lärmemission“, sagt Renner, also Proberäumen oder Clubs.

Alte Münze
Im Jahr 1280 wird das einst königliche Prägewerk für Münzen erstmals erwähnt. Zuletzt wurde dort bis 2005 der Euro geprägt. 2012 bot Berlin das Gebäude meistbietend an. Dank Widerstands von Bezirk und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung scheiterte der Verkauf der landeseigenen Flächen.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Bevor die 12,5 Millionen Euro freigegeben werden, muss Till Brönner seine Studie konkretisieren. Dazu überweist ihm der Bundestag 50.000 Euro. Komfortable Bedingungen. Findet das Ergebnis Gefallen, kann mit der Sanierung der maroden Gemäuer begonnen werden.
Wer aber wird das „House of Jazz“ mit seinen unweigerlich anfallenden Betriebskosten finanzieren? Der Bund über den Haushalt von Kulturstaatsministerin Grütters? Das Land Berlin? Wie sollen die übrigen Flächen nach der Sanierung gestaltet werden? Tim Renner muss das nicht mehr interessieren. Er hat die Idee mit angestoßen, die Umsetzung wird nun Sache seiner Nachfolger sein.
– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/25110704 ©2016