Preview

Jazzfest Berlin 2018
Berliner Festspiele
Schaperstraße 24, 10719 Berlin

Trans Lucent & Lunatic Cloud Ten | Installations
FutureLeaks: Umschlagplatz der Visionen

1. November Grand Opening
10 acts - 5 stages - 7 hours programme

LOWER STAGE
From 17:30
UN(TER)ORT: KIM Collective
Carte Blanche
360° multi-channel installation / live processing

MAIN STAGE
18:30-19:20
Nicole Mitchell's Black Earth Ensemble (USA)
Mandorla Awakening

22:30-23:30
Exploding Star International: Chicago-Berlin (USA/Germany)
Galactic Parables Vol. II

SIDE STAGE
19:50-20:40
Hamid Drake & Yuko Oshima (USA/Japan)

21:10-21:30
Julien Desprez & Rob Mazurek (France/USA)

21:30-22:00
ABACAXI (France/Germany)

UPPER FOYER
From 17:30
FutureLeaks: Umschlagplatz der Visionen

19:45-20:45
Thumbscrew (USA)
Ours/Theirs

21:10-22:00
Elias Stemeseder (Austria)

KASSENHALLE
19:30-20:20
melting pot: made in berlin European co-production project

20:45-21:45
Trio Heinz Herbert (Swiss)
Yes

LOWER STAGE
From 23:30
UN(TER)ORT: KIM Collective
Happening/Party

10 acts - 5 stages - 7 hours programme

On 1 November, the "Haus of Jazz" will celebrate its grand opening with ten acts and numerous German premieres on all levels of the Festspielhaus.

Nicole Mitchell and the Black Earth Ensemble open the evening on the big stage. But even before that, the interactive performance "FutureLeaks: A Place of Visions" invites you to a utopian experience and the Berlin KIM Collective plays its Carte Blanche and creates the "Un(ter)Ort"-a musical echo of what is happening above ground. The interludes on four stages, lasting several hours, open parallel musical universes-from free improvisation, experimental noise to solo piano, modern jazz and electro-acoustic sounds. The audience is invited to move freely and discover the diversity of the festival programme. Rob Mazurek concludes the evening with his highlight "Exploding Star International: Chicago-Berlin" initiated for the Jazz Festival on the main stage.

The concert "Nicole Mitchell's Black Earth Ensemble (USA): Mandorla Awakening" is funded by Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
"FutureLeaks: Umschlagplatz der Visionen" is a Mondiale project between residents of the AWO Refugium on the Kaiserdamm and Berliner Festspiele, in cooperation with the Universität der Künste Berlin .

The project "melting pot: made in berlin" is a european co-production project by Berliner Festspiele / Jazzfest Berlin in collaboration with Jazztopad Festival, Nasjonal jazzscene, Handelsbeurs Concertzaal.

Fr 2. November 15:00
Les Stances à Sophie | Film
Les Stances à Sophie Film von MOSHÉ MIZRAHI (1971) Musik von THE ART ENSEMBLE OF CHICAGO Originalfassung in Französisch mit englischen Untertiteln [Fokus Chicago] Kurz vor Ende des zweijährigen Aufenthalts des Art Ensemble of Chicago Ende der 60er-Jahre in Paris erhielt Lester Bowie (1941?1999) die Anfrage des damaligen Regiedebütanten und späteren Oscar-Preisträgers Moshé Mizrahi (1931?2018), die Filmmusik für dessen Erstling ?Les Stances à Sophie? aufzunehmen. Die Gruppe war schon fast am Abflug, eilte aber unter Einschluss der Vokalistin Fontella Bass, Ehefrau von Lester Bowie, noch in ein Pariser Studio und nahm am 22. Juli 1970 in einem Zug acht ausgesprochen heterogene Stücke, von Monteverdi über Free Jazz und Afrikanischem hin zu unverschnittenem Soul jener Zeit. ?Thème de Yoyo? mit der Stimme von Fontella Bass (1940?2012) sollte zu einem Markstein werden. Die Sängerin bescherte dem Chicagoer Chess Records Label 1966 mit ?Rescue Me? einen Millionenseller, 10 Jahre nach Chuck Berrys großem Erfolg mit ?Maybellene?. Das Album mit der Filmmusik, das bis zur Neuauflage im Jahre 2000 lange Zeit vergriffen war, wurde zum Kultalbum. Der Film feierte am 3. Februar 1971, lange nach der Rückkehr der Gruppe in die USA, seine Premiere. Das Jazzfest Berlin bietet die Gelegenheit, die Musik im ursprünglichen filmischen Kontext, einem frühen feministisch gefärbten Befreiungsversuch zweier Frauen aus bürgerlichen Zwängen, zu erleben.

Fr 2. November 16:30
Afrofuturismus & Empowerment | Panel

Fr 2. November 18:30
Moor Mother, Jaimie Branch, Art Ensemble of Chicago and more
18:30 Irreversible Entanglements (USA) [Blick zurück in die Zukunft afroamerikanischer Musik] CAMAE AYEWA AKA MOOR MOTHER vocals KEIR NEURINGER alto saxophone AQUILES NAVARRO trumpet LUKE STEWART double bass TCHESER HOLMES drums Moor Mother & Roscoe Mitchell (USA) The Black Drop Uraufführung [Blick zurück in die Zukunft afroamerikanischer Musik] CAMAE AYEWA AKA MOOR MOTHER vocals, electronics ROSCOE MITCHELL saxophone Pause 20:00 jaimie branch (USA) Fly or Die Deutschlandpremiere [Fokus Chicago] JAIMIE BRANCH trumpet CHAD TAYLOR drums, mbira JASON AJEMIAN bass LESTER ST. LOUIS cello Pause 21:15 Art Ensemble of Chicago (USA) Berlin Special Edition [Fokus Chicago] [Blick zurück in die Zukunft afroamerikanischer Musik] ROSCOE MITCHELL saxophones, flute HUGH RAGIN trumpets FAMOUDOU DON MOYE drums, congas, percussion DUDÙ KOUATE african percussion JEAN COOK violin TOMEKA REID cello SILVIA BOLOGNESI bass JARIBU SHAHID double bass CHRISTINA WHEELER voice, array mbira, auto harp, q-chord, theremin, sampler, electronics Irreversible Entanglements Irreversible Entanglements ist ein Beispiel dafür, wie entschlossene Kräfte einander finden und sich gegenseitig verstärken. Alle Beteiligten bewegen sich kreativ-expressiv wie sozial und politisch engagiert in multiplen Zusammenhängen. Saxofonist Keir Neuringer, Poetin Camae Ayewa und Bassist Luke Stewart kennen sich von verschiedenen selbstorganisierten basisdemokratischen Aktionen in Philadelphia. Zusammen reisten sie im April 2015 nach Brooklyn, um an der Manifestation ?Musicians Against Police Brutality? teilzunehmen. Direkt nach ihnen spielte ein Duo Trompete und Drums, bestehend aus Aquiles Navarro und Tcheser Holmes. Getrieben von dem damals hochkochenden ?bunch of heart-wrenching racist shit? und ihren gemeinsamen musikalischen und politischen Interessen verabredeten sie sich. Neuringer organisierte ein Studio in Brooklyn, wo sie ein paar Monate später an einem Nachmittag das erste Mal zu fünft zusammenspielten. Daraus entstand das Album ?Irreversible Entanglements?, das 2017 gemeinschaftlich vom Don Giovanni Label aus New Jersey und International Anthem aus Chicago herausgebracht wurde. Free Jazz trifft auf die gnadenlos ehrlichen Verse der Poetin Camae Ayewa aka Moor Mother. Das Ganze hat enorme (weltweite) Katapultwirkung und trifft einen vitalen Nerv. Moor Mother & Roscoe Mitchell: The Black Drop Die wortgewaltige Poetin, Spoken-Word-Künstlerin, Musikerin und Aktivistin Camae Ayewa stellt sich entschlossen gegen Etikettierung, Stigmatisierung, Verzerrung, Entstellung und Reduzierung jedweder Art. Sie kommt den Taten und Auswirkungen von Sklaverei und Rassismus im Bodensatz und Nerv des täglichen Lebens in multiplen kreativ-expressiven Zusammenhängen auf die Spur, macht die Traumata zugänglich und erzeugt mit widerständiger und viszeraler Beschwörung Kraftschübe zur Vermittlung ihrer Botschaften. Das gilt gleichermaßen für ihre musikalische Arbeit wie auch für ihr Engagement in der sozialen Gemeinschaft. Als Moor Mother treibt sie frei zwischen Rap, Punk, Noise und Jazz und stimmt mit aller Konsequenz in den Kanon afroamerikanischer Bürgerrechtler*innen ein, packt die Geschichte der afrikanischen Diaspora bei den Wurzeln und überführt sie in afrofuturistischer Manier in eine dystopische Zukunft. Mit zu den diesjährigen Höhepunkten des Jazzfest Berlin gehört die erstmalige Begegnung mit dem sich immer neu erfindenden Kreativgeist und Pionier Roscoe Mitchell. ?Black Drop? verspricht ein kreatives Spannungsfeld der besonderen Art. jaimie branch: Fly or Die Die Trompeterin Jaimie Branch (*1984) mit Chicagoer Wurzeln und derzeitigem Ankerplatz Brooklyn ist eine weitere starke Stimme im kometenhaften Kommen, der für ihren ersten Auftritt in Deutschland das Jazzfest Berlin die große Bühne bereitet. Ihr letztjähriges kurz und bündiges Debüt bei dem jungen Chicagoer Label International Anthem schlug ein wie ein Präzisionsgeschoß und brachte reichlich Podien zum Beben und Schweben. In der New York Times und bei National Public Radio fand sich ihr Album in der Liste des Jahres 2017 unter den ersten Fünf. Nach zwei Takten ihrer Gruppe Fly or Die weiß man, wo der Hammer hängt. Die ungewöhnliche Besetzung von Jason Ajamians Bass, Lester St. Louis? Cello und Chad Taylors Schlagzeug erzeugt eine klare mitreißende Rhythmik in einem atmenden Fluss psychedelischer Texturen. So operiert sie in ungewöhnlich kompakter Weise innen und außen zugleich und es entstehen ? oft graffitihaft kurz ? existenziell geladene urbane Weckrufe. Starke Expression, eine kraftvolle Stimme und eine klare Handschrift prägen das Songwriting dieser Ausnahmetrompeterin. Fly or Die liefert substanzielle Klänge, die unter die Haut gehen. Keine Ufos, dafür Echos jäher Lichtblitze entlang kalter Hochhausschluchten. Art Ensemble of Chicago Das Art Ensemble of Chicago steht für ?Great Black Music ? Ancient to the Future?, wie Lincoln T. Beauchamp, aka Chicago Beau, es auf den Punkt bringt. Im Feld kreativer, unablässig sich entwickelnder Musik der letzten fünf Jahrzehnte ist es ein Unikum und leuchtendes Vorbild mit reicher Geschichte (dokumentiert auf 30 Alben). Dies gilt für seine klanglich-bildliche Ei(ge)nheit und Wirkungskraft genauso wie für das besondere produktive Gemeinschaftsklima, das es die ganze Zeit lang getragen hat. Von der Urbesetzung ? noch in vollem Ornat 1991 auf dem Jazzfest Berlin zu erleben ? sind Trompeter Lester Bowie und Bassist Malachi Favors Maghostut dahingegangen, während der ?Schamane? Joseph Jarman inzwischen als buddhistischer Priester und Aikido-Meister waltet. Die Verbliebenen ? der außergewöhnliche musikalische Geist und unermüdliche Macher und Multiinstrumentalist Roscoe Mitchell und Schlagzeuger Famoudou Don Moye ? bilden einen Kern, um den sich nun eng liierte Musiker*innen scharen. Das AEC hat sich, geleitet von der eigenen Lust des Explorierens, immer frei durch ein offenes Kontinuum von Genres bewegt. In einer klanglichen Gesamtlandschaft mit verschlungenen Pfaden und breiteren Wegen hat es im Spiel unermüdlich sowohl den eigenen Horizont als auch den seiner Zuhörer*innen erweitert. In Berlin geht die Reise zu neunt weiter.

Fr 2. November 21:00 · A-Trane International Jazz Club Berlin
Tania Giannouli Trio

Fr 2. November 22:30 · QUASIMODO Berlin
WorldService project

Fr 2. November 22:45 · Haus der Festspiele, Seitenbühne
Théo Ceccaldi "Freaks"
Théo Ceccaldi Freaks (Frankreich) Deutschlandpremiere [Fokus Europa] THÉO CECCALDI violin MATTHIEU METZGER saxophone QUENTIN BIARDEAU saxophone VALENTIN CECCALDI cello GIANI CASEROTTO guitar ETIENNE ZEMNIAK drums Oh mon Dieu, den Ceccaldi-Brüdern, unbändigen französischen Saitenreitern mit sizilianischen Wurzeln, kann und sollte man anno 2018 nicht mehr entgehen. Höchste Zeit, das schillernde Projekt nach Berlin zu holen: Théo Ceccaldi Freaks?, das ist Remmidemmi der sonderschönen Art. Liebenswert grell, physisch, queer, bunt. Es rast und kocht in der Nacht, so wird man gern um den Schlaf gebracht. Sie spielen nicht wie, sondern so. Ganz und gar. ?Stellare Verbindung von fiebriger Energie, süß sprudelnder Ruhe, lyrischer Explosion und hypnotischer Trance?, das verspricht die verschworene Truppe aus Frankreich. Und bei der Besetzung kein Kleckern, sondern Klotzen: Neben den Brüdern ? Théo Ceccaldi (*1986) an der Geige und Valentin Ceccaldi (*1989) am Cello ? treten an zum Fetzen die Saxofonisten Benjamin Dousteyssier und Quentin Biardeau, der Gitarrist Giani Caserotto und der Schlagzeuger Etienne Ziemniak. Und Théo der Geiger mit der Preiskrone Oscar Wilde winkt ihm zu freut sich und lacht.

Sa 3. November 11:00 · Haus der Festspiele, Oberes Foyer
Digitally Improvised with Tin Men & the Telephone | Workshop

Sa 3. November 14:30 · Haus der Festspiele, Oberes Foyer
Tin Men & the Telephone | Family concert
Tin Men and the Telephone (Niederlande) World Domination Part One: FURIE Deutschlandpremiere Album Familienkonzert [Fokus Europa] TONY ROE piano, visuals, electronics PAT CLEAVER bass BOBBY PETROV drums Der extraterrestrische Reparaturtrupp Tin Men and the Telephone vom BUND ZUR ERHALTUNG DES INTERGALAKTISCHEN GLEICHGEWICHTS (englische Abkürzung: FURIE) ist auf Mission in Berlin: Zückt euer Handy, ladet die App TINMENDO runter und tretet mit den Aliens in Kontakt. Entscheidet, welche der derzeitigen großklappigen politischen Führer es verdient hätten, in die unendlichen Weiten des Alls geschossen zu werden! Und dann, auf dass unsere Galaxis, die Milchstraße, dieses formschöne Rückgrat der Nacht, wieder in aller Klarheit erstrahle: Komponiert zusammen mit den Aliens eine neue Welthymne, lasst sie welt(t)räumig klingen! Es erwartet euch eine Mischung aus akustischer Erdmusik und elektronischen Weltraumklängen, produziert vom Tastendrücker Tony Roe, dem Brummtonrupfer Pat Cleaver und dem Untertassenschwinger und Klöppeltöppel Bobby Petrov. Dieser coole Dreiertrupp aus Amsterdam kann viel, nichts aber ohne euch. Bereit abzuheben? Der Countdown läuft!

Sa 3. November 14:45 · Haus der Festspiele, Kassenhalle
Gender & Diversity | Panel

Sa 3. November 14:45 · Haus der Festspiele, Kassenhalle
The Great War of the Harlem Hellfighters | Documentary

Sa 3. November 18:00 · Haus der Festspiele, Seitenbühne
James Reese Europe & the Absence of Ruin | Panel

Sa 3. November 18:00 · Haus der Festspiele
WDR Big Band feat J. Horn / J. Moran - The Harlem Hellfighters
WDR Big Band feat. Jazzmeia Horn (USA/Deutschland) A Social Call Deutschlandpremiere BOB MINTZER Leitung, Arrangements JAZZMEIA HORN vocals JOHAN HÖRLEN alto saxophone KAROLINA STRASSMAYER alto saxophone OLIVIER PETERS tenor saxophone PAUL HELLER tenor saxophone JENS NEUFANG bass saxophone LUDWIG NUSS trombone SHANNON BARNETT trombone MATTIS CEDERBERG bass trombone ANDY HUNTER trombone WIM BOTH trumpet RUUD BREULS trumpet ROB BRUYNEN trumpet ANDY HADERER trumpet BILLY TEST piano JOHN GOLDSBY bass PAUL SHIGIHARA guitar HANS DEKKER drums

Pause

21:30 Jason Moran - The Harlem Hellfighters (USA/Großbritannien) James Reese Europe & the Absence of Ruin Audiovisuelles Projekt von JASON MORAN und den Filmemachern JOHN AKOMFRAH & BRADFORD YOUNG Deutschlandpremiere [Blick zurück in die Zukunft afroamerikanischer Musik] JASON MORAN, JOHN AKOMFRAH & BRADFORD YOUNG IFE OGUNJOBI trumpet JOE BRISTOW trombone ROSIE TURTON trombone HANNA MUBYA tuba MEBRAKH JOHNSON saxophone/clarinet KAIDI AKINNIBI saxophone/clarinet ALAM NATHAN saxophone/clarinet mit BANDWAGON?S JASON MORAN piano TARUS MATEEN bass NASHEET WAITS drums unter Mitwirkung von jungen Berliner Musiker*innen WDR Big Band feat. Jazzmeia Horn Zur klassischen Radiokultur Deutschlands gehören leuchtende hauseigene Orchester und Big Bands. Sie haben wie die WDR Big Band auf ihrem Weg Marken gesetzt und die Klangfarben unterschiedlichster Gastmusiker*innen vergrößert, verfeinert und farbenreich in die Welt getragen. Was könnte schöner sein als eine junge, tief in der afroamerikanischen Tradition wurzelnde Stimme wie die Jazzmeia Horns (*1992), die Klassiker aus Jazz und Soul mit Leben füllt, getragen von einem profunden, schwelgenden Klangkörper wie dem der WDR Big Band.Wie sie auf ihrem letztjährigen Debütalbum A Social Call spirituell und mit Dringlichkeit zwei Pfeiler afroamerikanischer Musik, Afro Blue und Wade In the Water, aufbricht und in afrofuturistischem Sinne miteinander verbindet, setzt wirkungsmächtig Maßstäbe. Jazzmeia Horn ist eine neue, hochdynamische und virtuose Stimme aus Dallas/Texas, die sich kreativ aller bekannter Stilmittel einschließlich griffiger Scats bedient und mit frischer Direktheit aufbricht. Und wichtige Preise, u. a. aus dem Wettbewerb des Thelonious Monk Institute of Jazz, hat sie auch in der Tasche. Ready for Berlin. Jason Moran - The Harlem Hellfighters Das transatlantische Auftrags- und Koproduktionswerk zu Ehren des Pioniers, afroamerikanischen Musikers und Soldaten James Reese Europe, das der Pianist Jason Moran und der Filmemacher Bradford Young anlässlich des 100-jährigen Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs gestalten, richtet den Blick auf das Leben des Visionärs und die Entwicklung der afroamerikanischen Musik in den USA und Europa zu Anfang des 20. Jahrhunderts. In diesem Rahmen spielt Jason Moran ein spezielles James-Reese-Europe-Programm mit seinem bekannten Bandwagon Trio und sechs britischen Nachwuchsmusiker*innen im Gefolge von Shabaka Hutchings und Nubya Garcia sowie 15 jungen Berliner Musiker*innen. Das Regiment 369, die Harlem Hellfighters, war eine Freiwilligentruppe afro-amerikanischer Soldaten, zusammengestellt kurz nach Kriegseintritt der USA in den 1. Weltkrieg im April 1917. Die US-Armee war zu jener Zeit strikt segregiert, weswegen Afroamerikaner nicht für den Kampfeinsatz vorgesehen waren. Die Harlem Hellfighters kamen schließlich als Teil der französischen Streitkräfte doch an die Front. Sie zeichneten sich durch besondere Entschlossenheit und Tapferkeit aus, sowohl in ihrem Einsatz im Militärdienst als auch im Kampf um ihre Bürgerrechte und die Anerkennung ihres originären kulturellen Beitrags in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten. Für ihren Einsatz an der militärischen Front wurde ihnen das französische Croix de Guerre verliehen. Hauptfigur des Regiments 369 war der Musiker James Reese Europe (1880?1919), der schon 1910 in New York den Clef Club gründete, eine Organisation für afroamerikanische Musiker. Um ihn sammelte sich die 369er-Truppe, aus der er als erfahrener Orchesterleiter eine erfolgreiche Militärkapelle formte, die nach Ankunft in Brest/Frankreich in einer Vielzahl von Konzerten Bevölkerung und Soldaten begeisterte. Sie hinterließ mit ihren synkopierten Fassungen bekannter Stücke ? wie etwa der Marseillaise ? tiefe Spuren in der europäischen Musik. Mit Beiträgen von John Akomfrah, und visuelle Materialien vom renommierten Kameramann Bradford Young

Sa 3. November 21:00 · A-Trane
Halvorson/Saito/Allbee/Dahlgren

Sa 3. November 22:00 · Prince Charles
Jazzfest x J.A.W :: Nubya Garcia, Makya McCraven, Antal & more

Sa 3. November 22:30 · QUASIMODO
Hermia/Darrifourcq/Ceccaldi

Sa 3. November 23:00 Haus der Festspiele, Seitenbühne
Masecki / Rogiewicz: Ragtime

Sa 3. November 23:30 Haus der Festspiele, Seitenbühne
Maciej Obara Quartet

So 4. November 11:00 · Kiezkonzerte
Friseursalon, Galerie, Wohnzimmer

So 4. November 12:00 · Julia Stoschek Collection
Arthur Jafa | Four special guided tours through the exhibition

So 4. November 12:30 · Haus der Festspiele
Silence Meal

So 4. November 15:30 · Gedächtniskirche
Maria Faust / Kara-Lis Coverdale

So 4. November 16:00 · Haus der Festspiele
Bill Frisell: A Portrait | Documentary

So 4. November 18:00 · Haus der Festspiele
Mary Halvorson | Artist talk

So 4. November 19:00 · Haus der Festspiele
Kim Myhr / Mary Halvorson Octet / Bill Frisell
Kim Myhr (Norwegen/Australien) You | me Deutschlandpremiere [Fokus Europa] KIM MYHR electric and acoustic guitars DAVID STACKENÄS electric and acoustic guitars HÅVARD VOLDEN electric and acoustic guitars ADRIAN MYHR guitars, bass INGAR ZACH percussion HANS HULBÆKMO drums, percussion TONY BUCK drums, percussion

Pause

20:15 Mary Halvorson Octet (USA) Away with you Europapremiere [Mary Halvorson: Artist in Residence] MARY HALVORSON guitar SUSAN ALCORN pedal steel guitar DAVE BALLOU trumpet JON IRABAGON alto saxophone INGRID LAUBROCK tenor saxophone JACOB GARCHIK trombone JOHN HÉBERT bass TOMAS FUJIWARA drums

Pause

21:45 Bill Frisell (USA) Music is Deutschlandpremiere Album BILL FRISELL guitar solo Kim Myhr: You | me Der Gitarrist Kim Myhr bringt gleich drei weitere Gitarristen und drei Perkussionisten auf die Bühne. You | me ist die bisher ambitionierteste Solo-Veröffentlichung dieses norwegischen Klangkünstlers, eine Arbeit mit einem durchgängigen Puls, in der sich alles aus einer einzigen musikalischen Idee ableitet. Myhr geht es um die Gestaltung eines sich langsam aufbauenden, vielschichtigen Klangkosmos, der so mit Details gesättigt ist, dass man darin zu schwimmen glaubt, gleichzeitig aber die Einfachheit der Form wahrt, sodass alles als kontinuierlicher Prozess erlebbar wird. Myhr entdeckte bei der Studioarbeit, ?dass man üppiges und idyllisches Klangmaterial allmählich zu etwas Schwierigerem und Unzugänglicherem mutieren lassen kann, dass Gegensätzliches immer gegenseitig ineinander enthalten ist, dass es in dem einen immer eine Spur des anderen gibt.? Zu dieser Dialektik der Gegensätze gehört auch, dass ein vorab konzipiertes großformatiges Werk wie dieses im Konzert von erfahrenen Vollblutimprovisatoren ausgeführt wird, wie Tony Buck (The Necks), Ingar Zach (Dans Les Arbres), Hans Hulbækmo (Atomic) und David Stackenäs (Per Zanussi Ensemble). Das Spiel mit Gegensätzen, das sich dabei vollzieht, ist nicht nur ein Statement in Sachen Musik, es lädt zum Floaten und Mäandern ein. Mary Halvorson Octet: Away with you Der Auftritt ihres Oktetts bildet den mit hoher Spannung erwarteten Kulminationspunkt der Jazzfest-Residenz der New Yorker Gitarristin Mary Halvorson, in ihrer Eigenheit derzeit eine der bemerkenswertesten und produktivsten Gitarrenstimmen der mittleren Generation. Zwei einwöchige Residenzen etwa im legendären New Yorker Jazz-Club Village Vanguard sprechen für sich sowie die Veröffentlichung von sage und schreibe 27 Alben in den letzten drei Jahren. Halvorson ist eine Musikerin, die in unaufhörlicher Stetigkeit expandiert und vertieft. 2015 nahm sie nicht nur ihr erstes Soloalbum ?Meltframe? auf. Am anderen Ende des Spektrums begann ihre Zusammenarbeit mit der zu Halvorsons eigener Gitarrenstimme kontrastierenden Pedal-Steel-Gitarristin Susan Alcorn, mit der sie dann ihr dafür reifes Septett bestehend aus hochkarätigen Musiker*innen aus dem New Yorker Jazzfeld zum Oktett erweiterte. Beim letztjährigen New Yorker Winterjazz zählte der Auftritt ihres Oktetts zu den unstrittigen Entdeckungen und Höhepunkten. Halvorson besticht durch einen einmaligen Gitarrenklang, in ihrer Musik bildet das Freie und Festgefügte, das Gerade und Ungerade eine einmalig rhythmisch-dynamische Einheit, die ebenso verschleißbeständig wie unnachahmlich ist. Neue Verteilungen und Gewichtungen kristallisieren sich immer wieder im Zusammenspiel der Halvorsonisten klar und lebendig aus. In Berlin nun erstmalig in Europa zu erleben, werden diese acht Stimmen eckig und rund im prismatischen Verbund kulminierend zum Tragen kommen: Away with you! Bill Frisell: Music is Es ist fast unmöglich, der Musik des amerikanischen Gitarristen Bill Frisell (*1951) nicht irgendwo zwischen Bonnie Raitt und John Zorn begegnet zu sein. Nach vier Jahrzehnten reicher Diversität musikalischer Äußerungen und Verbindungen bleibt sein pures klangliches Zeichnen eine Qualität und ein Vergnügen der besonderen Art. Gibt es etwas, was Bill Frisell, dieser Gentle Giant in Music, mit seiner nicht versiegenden Schaffenskraft noch nicht getan hat? Nach dem letztjährigen ergreifenden Duo-Album mit dem Bassisten Thomas Morgan stand die Tür zu einem Solo-Album offen, und Frisell schuf in der Obhut von Tucker Martines Studio eine Vielfalt und Farbigkeit an Melodiezügen, seltsam konzentrierte Aufrisse einer Schönheit jenseits des Bekannten. In Berlin beginnt Bill Frisell eine Tour mit Solokonzerten, in denen er sein Publikum direkt teilhaben lässt an der intimen, im Licht des Moments sich vollziehenden Klangzeichnung: ein resümierender und zugleich offener Ausklang des Jazzfest Berlin 2018.


With LAURIE ANDERSON & BILL LASWELL´S METHOD OF DEFIANCE, KLEIN, MAJA S. K. RATKJE, ELLEN ARKBRO, JOËLLE LÉANDRE, MICHAEL ZERANG & THE BLUE LIGHTS, MARK FELL, C. M. VON HAUSSWOLFF, RADIAN, LARGE UNIT RIO, LILLEVAN, RABIH BEAINI, VALERIO TRICOLI, WANDA GROUP, JESSOP&CO., and much more!

Intro: Reduced to the max! From 1 to 4 August 2018, A L’ARME!, Berlin’s renowned avant-garde festival, will be returning to its roots and taking Vol. VI back to where it all began: over four days and nights, RADIALSYSTEM V will be filled with the pulsating sounds of a cross-genre array of performances and performers: from avant-garde jazz to musique concrète, from drone to improvisational, all the way to audiovisual performances that straddle the border between installation, electronics and experimental noise. From American performance art icon Laurie Anderson, who will open the festival in an unforgettable exclusive collaboration with Method of Defiance (a world premiere!) all the way to the festival’s closing evening, which will be dedicated to the full-length Karkowski Project, which takes an innovative look at the unique artist in order to honour his legacy. In 2018, A L’ARME! remains as radical as ever, and continues to serve as a platform where vastly different artistic energies can unite. Living avant-garde legends such as Laurie Anderson, Joëlle Léandre, Bill Laswell, Carl Michael von Hausswolff and Mark Fell will share the RADIALSYSTEM V stage with internationally renowned newcomers and shooting stars such as the Nigerian-British singer KLEIN, Maja Ratkje, Ellen Arkbro, Matilda Rolfsson and Philipp Gropper, while international musicians and sound artists such as Paal Nilssen-Love’s LARGE UNIT, JESSOP&CO., WANDA, and KSIEZYC will bring the avant-garde scenes from Norway, Brazil, India, the UK and Poland to the banks of the Spree.

Addendum: A L’ARME! was founded in 2012 with the aim of offering a wide range of the best contemporary jazz artists and radical, experimental musicians an annual platform for creative innovation and experimentation. Through exciting collaborations, concerts and performances, we bring together local and international artists, communities and audiences so that they can exchange ideas, question hierarchies, break down borders and push boundaries in order to spotlight innovative new sounds and simply enjoy the process of experiencing unusual, “different” music together.

LINER NOTES BY ARNO RAFFEINER

Sender. Inhalt. Medium. Empfänger. Effekt.

Fünf Stufen hat das Kommunikationsmodell des amerikanischen Sozialwissenschaftlers Harold Dwight Lasswell. Es galt nach seiner Entwicklung Ende der Vierzigerjahre lange als überaus nützlich für eine Theorie der Massenkommunikation und das Verständnis von Propaganda. Und zwar gerade, weil es linear und unidirektional angelegt ist und zwei Elemente von Kommunikation rigoros ausblendet: Noise und Feedback. Die Lasswell-Formel ist vollkommen rauschfrei. Akustische und semantische Verzerrung sind nicht vorgesehen, es gibt keinen Raum für Überblendung und schillernde Mehrbedeutung, eine Rückkopplung vom Empfänger zum Sender findet nicht statt.

Die Lasswell-Formel ist also alles, was dieses Festival nicht ist. Rauschen und Rückkopplung sind die zentralen Prinzipien der A L'Arme! Formel. Noise ist das, was Kommunikation stört oder, neutraler ausgedrückt: beeinflusst. Man könnte auch sagen: bereichert. All das, was zwischen einer, ohnehin nur in klinisch sauberer Theorie existierenden, klaren Sende- und einer unbeeinflussten Empfängerinstanz passiert: die Interferenzen, das Laute, das Lebendige. Feedback ist das, was Rauschen und Bedeutung verstärkt und immer wieder neu antreibt. All das, was weitere Kommunikation und Austausch ermöglicht und so Erkenntnissprozesse in Gang bringt.

Störung aus Prinzip. Lärm als Bereicherung. Klang als Material für Erfahrung und Erkenntnis. So kann man Programm und Anspruch des A L'Arme! Festival auf den Punkt bringen.

Material. Das war der Name des ersten Bandprojekts von Bill Laswell zur Zeit von No Wave und New York Noise. Seither widmet sich der Namensvetter des Kommunikationsprofessors in immer neuen Konstellationen dem Elementaren: den Grundbedingungen von Sound und Rhythmus. Am Eröffnungsabend der sechsten Ausgabe von A L'Arme! trifft das Klangmaterial von Laswells Method Of Defiance in einer besonderen Zusammenarbeit auf die Imaginationskraft von Laurie Anderson. „Es geht nicht um Herrschaftsstrukturen, nicht um Schuld, nicht um das jüngste Gericht, nichts dergleichen. Es geht um Bewusstheit und darum, sich den Dingen gegenüber zu öffnen, sie zu lieben.“ Das erklärte Anderson bei ihrem letzten Berlin-Auftritt in einem Interview mit der Zeitschrift Spex. Sie bezog sich dabei auf den Buddhismus. Doch im Laufe dieses Festivals – besonders an Tag zwei und drei mit Auftritten von Gordoa / Malfon/ Edwards / Narvesen, Large Unit Rio, Léandre / Rolfsson / Harnik und vielen anderen – sollte klar werden: Genau dasselbe kann man über Improvisation sagen, über Jazz und neue Formen des Zusammenspiels – und generell über alle relevanten Formen musikalischer Kommunikation.

Letztlich ist alles Schwingung. So lautet die Karkowski-Formel. Sie ist nur einstufig, aber sie lässt dem Rauschen unendlich viel Raum. Zbigniew Karkowski verstand jegliche Form von Vibration als Antriebskraft des Universums. Ihm war klar: Wenn man unser Dasein in Frequenzen, Wellen, Verhältnissen und Intensitäten beschreibt, wird Unerhörtes möglich. Um seine Erkenntnis weiter zu ergründen und im handfesten Sinne zu begreifen, ist dem polnisch-schwedischen Komponisten knapp fünf Jahre nach seinem Tod ein großer Schwerpunkt zum Ausklang von A L’ARME! Vol. VI gewidmet.

„Wo die Sprache endet, beginnt die Musik“, behauptete Karkowski und griff damit einen Gedanken des Komponisten Jean Sibelius auf. Hat also umgekehrt die Musik da aufgehört, wo dieser Text einsetzte? Ist hier nur Buchstabensalat und Stille statt Lärm und Bedeutung? Finden wir es gemeinsam heraus.

WEDNESDAY 01 AUG

18:00—midnight

STUDIO A*
MARK FELL (UK) — "THE TRUTH AT ALL COSTS?” MULTI LAYER SOUND INSTALLATION WITH ARCHIVE MATERIAL OF ZBIGNIEW KARKOWSKI
19:15—19:45

CONCERT 1 — SET 1
MAJA S. K. RATKJE
20:00—20:50

CONCERT 1 — SET 2
LAURIE ANDERSON & BILL LASWELL'S METHOD OF DEFIANCE
22:00—22:30

CONCERT 2 — SET 1
MAJA S. K. RATKJE
22:40—23:30

CONCERT 2 — SET 2
LAURIE ANDERSON & BILL LASWELL'S METHOD OF DEFIANCE
23:30—1:00

AFTERSHOW

THURSDAY 02 AUG

18:00—midnight

STUDIO A*
MARK FELL (UK) — "THE TRUTH AT ALL COSTS” MULTI LAYER SOUND INSTALLATION WITH ARCHIVE MATERIAL OF ZBIGNIEW KARKOWSKI
20:00—20:45

SET 1
BELFI / TRICOLI
21:00—21:45

SET 2
KSIEZYC
22:00—22:45

SET 3
GORDOA / MALFON / EDWARDS / NARVESEN
23:00—23:45

SET 4
LARGE UNIT RIO
FRIDAY 03 AUG

18:00—midnight

STUDIO A*
MARK FELL (UK) — "THE TRUTH AT ALL COSTS?” MULTI LAYER SOUND INSTALLATION WITH ARCHIVE MATERIAL OF ZBIGNIEW KARKOWSKI
20:00—20:45

SET 1
ALSO: SIEWERT / ERNST
20:45—21:30

SET 2
MICHAEL ZERANG & THE BLUE LIGHTS
21:30—22:15

SET 3
ROLFSSON / LÉANDRE / HARNIK
22:15—23:00

SET 4
PHILIPP GROPPER’S PHILM
23:00—23:30

SET 5
RADIAN + BILLY ROISZ and dieb13
23:30—1:00

AFTERSHOW
DJ PAAL NILSSEN-LOVE

SATURDAY 04 AUG

18:00—midnight

STUDIO A*
MARK FELL (UK) — "THE TRUTH AT ALL COSTS?” MULTI LAYER SOUND INSTALLATION WITH ARCHIVE MATERIAL OF ZBIGNIEW KARKOWSKI
20:00—20:45

SET 1
ELLEN ARKBRO
20:45—21:45

SET 2
MASSIMO PUPILLO / STEFANO PILIA / Video by LILLEVAN
22:00—22:40

SET 3
CARL MICHAEL VON HAUSSWOLFF
22:40—23:15

SET 4
JESSOP&CO.
23:30—00:15

SET 5
KLEIN
00:30—01:00

SET 6
WANDA GROUP
01:00—01:40

SET 7
RABIH BEAINI Live
01:40—till dawn

SET 8
MIEKO SUZUKI Djset


Bergmannstraßenfest, Jazzfestival "Kreuzberg jazzt!"

Offizielle (amtliche) Begründung zur Genehmigung des Festes
Das Jazzfestival "KREUZBERG JAZZT!" in der Bergmannstraße ist zu einem weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannten Ereignis geworden. Die Weltstadt Berlin ist heute ethnisch, religiös und kulturell heterogen geprägt und ist nach der deutschen Vereinigung in den Mittelpunkt des internationalen Interesses gerückt, auch als Symbol für den Weg zu einem vereinten Europa, für eine auf Akzeptanz und Toleranz aufgebaute Gesellschaft. Das Jazzfest bezeichnet sich als Ort der Kreativität und der Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität und Kultur. Es bietet typische Kreuzberger Qualitäten, mitreißende Musik, kulinarische Genüsse, multikulturelles Treiben für Groß und Klein. Das Jazzfestival in der Bergmannstraße bietet einen Überblick über die bunte und vielfältige Jazzszene Berlins. Es wird aus besonderen kulturellen und touristischen Gründen daher traditionell im Ortsteil Kreuzberg durchgeführt. Auf Grund der Bedeutung des Jazzfestes in der Bergmannstraße für die Stadt Berlin sowie für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und des gesamtstädtischen Interesses an Kiezveranstaltungen & Straßenfesten in Berlin fiel die Entscheidung positiv aus.

FREITAG 30.6.
Bühne Mehringdamm
GROOVE ZENTRUM FÜR PERCUSSION PRÄSENTIERT:
16:00 - 16:30 Gruppe Groove Power Percussion
16:40 - 17:10 Konoo Zeeh 1. Westafrikanische Rhythmen
17:20 - 17:50 Roland Zeldenrust Superdrummer
18:00 - 18:30 Maracatu Treff Perkussion & voc / Brasilien
18:40 - 19:10 Las Marineras Rhythmen aus Kuba
19:20 - 19:50 HeartBeaters Afrobrasilianische Rhythmen
20:00 - 20:30 Bloco Calango Populäre Tanzmusik / Grooves
20:40 - 21:10 Orquesta Burundanga Salsa, Merengue, Rumba
21:20 - 22:00 Sapucaiu no Samba Tolle Samba Performance mit Sängerin Francilene de Oliveira

SAMSTAG 1.7.
YORCKSCHLÖSSCHEN PRÄSENTIERT:
11:00 - 13:00 Chat Noir Swing Moustache
15:00 - 15:45 Smoothbox Soul Jazz
16:00 - 16:45 Noah Fischer Jazz
17:00 - 18:00 Tiffany Stella Kemp & Loomis Green Jazz, Pop, B.
18:30 - 20:00 Sugar Pie & The Candymen Pop-Swing
20:30 - 22:00 Richard Arame Group, Blues, Funk, R&B

SONNTAG 2.7.
11:00 - 13:00 Blue Bayou Band, New Orleans R&B + Jazz
15:00 - 16:00 Sugar Pie & The Candymen, Pop-Swing & more
16:30 - 18:00 Ticvaniu Mare, Balkan Jazz
18:30 - 20:00 Tiliboo Afrobeat, Afropop,

FREITAG 30.6.
Bühne Obere Nostitzstraße
KREUZBERGER MUSIKALISCHE AKTION e.V. PRÄSENTIERT:
16:00 - 16:45 Branes Balkan Brass Band, Balkan Jazz
17:05 - 17:50 Pumping Air Pop Jazz
18:10 - 18:55 Goosfraba Soul, Jazz, Funk
19:10 - 19:55 Miss Jackie’s Delight Funk, Soul, Jazz
20:10 - 20:55 Todd & Alex & Friends Blues Rock
21:10 - 22:00 Juanita Laló & Friends Cumbia, Reggae, Bolero

SAMSTAG 1.7.
11:00 - 11:55 Hattie St. John Jazz, Blues, Latin
12:05 - 13:00 Hartmann & Brunn Jazz, Balkan
15:00 - 16:00 Afroberlin High Stars Tropical Jazz
16:30 - 17:30 Illegal Boys Reggae, Folk, Rock
18:00 - 19:00 Djatou Touré AfriPop, Jazz, World
19:15 - 20:30 Homage “Music Is My Life” an Souleymane Touré
Jam with Guests
21:00 - 22:00 Illustrasamba & Valdir Jovenal Pagode, Samba

SONNTAG 2.7.
11:30 - 13:00 Jazz meets India, Leitung: Claus Rückbeil
Skip’n Step Besser improvisieren
15:00 - 20:00 Fortgeschrittenenkurs Jazzgesang. Es erklingen neue Arrangements der fünf Kurse unter der Leitung von Tanja Siebert (voc) und Steffen Illner (b) (15-17h) und Anders Grop (b) (17-20h.) Von ca. 16-17h mit Jörg Trinks (dr).als Gast

FREITAG 30.6.
Bühne Zossener Straße
16:00 - 17:00 NotReally Bluesband, Hot Youngster’s Blues & R.R
17:30 - 18:30 Kelele, Worldmusic
19:00 - 20:00 Berlin Oriental Group, Balkan Jazz
20:30 - 22:00 Rupert’s Kitchen Orchestra, Street Funk

SAMSTAG 1.7.
11:00 - 13:00 Matthias Harig Quntett,Swing / Bebop
15:00 - 16:00 The Lips, Fresh Blues, R&B
16:30 - 18:00 “Detroit” Gary Wiggins Band, R&B, Blues
18:30 - 20:00 Adora Odili Band, R&B, Blues. Soul
20:30 - 22:00 Mi Solar, Salsa, Latin

SONNTAG 2.7.
11:00 - 13:00 Gaunerliebchen & Komplizen Swing
15:00 - 16:00 Adam Hall & The Velvet Playboys Swing, Jive, R&B from Australia
16:30 - 18:00 Hot Chickens Rock’n Roll, Rockabilly from France
18:30 - 20:00 B6BBO Power Polka

Die Passionskirche lädt ein:
Freitag 30. Juni
19:00 Uhr Elephunk - Rock, Blues, Funk
21:00 Uhr Oz Camera - Mandolinist, Songwriter, Sänger
Samstag 1. Juli
15:00 Uhr 2 Jahre Ferien - Reise durch die Musikgeschichte
17:00 Uhr The Legendary Lost Mojados - Travel - Songs
19:00 Uhr RAM - Klassiker der Rockmusik
21:00 Uhr Hub Hildenbrand - The garden of stolen songs
Sonntag 2. Juli
15:00 Uhr Windspiel - A Tribute to Ennio Morricone
16:30 Uhr Niko and the Dukes - The Music of Willy De Ville
18:15 Uhr K2 - Klanggemälde auf Piano und Saxophon
20:00 Uhr Bach, Beatles, Blues - Orgelmusik mal anders mit Reinhard Hoffmann an der Schuke-Orgel


JAZZDOR 5. - 8. Juni Kesselhaus/Kulturbrauerei

Im Jahr 12 setzt das Festival Jazzdor Berlin mehr denn je auf Begegnungen zwischen deutschen und französischen Künstlern. Musiker der Berliner Szene sind inzwischen fester Bestandteil des Programms. Einige deutsch-französische Begegnungen haben sich sogar zu festen Projekten entwickelt. Davon wird dieses Jahr auch zu hören sein. Neben vielen Neuentdeckungen aus der französischen Jazzszene, gibt es auch das eine oder andere Wiedersehen mit Bekannten. In jedem Fall bietet Ihnen das Festival Jazzdor Berlin vier Tage lang erneut eine hervorragende Möglichkeit, die Einzigartigkeit des Jazz, mit einem besonderen Fokus auf die aktuelle, französische Jazzszene, zu entdecken.

Unter anderem dabei: Roberto Negro, Émile Parisien, Michel Portal, Bojan Z, Nils Wogram, Pablo Held Trio, Airelle Besson Trio mit Sebastian Sternal und Jonas Burgwinkel, Hans Lüdemann T.E.E. Ensemble, Antonin-Tri Hoang, Francois Corneloup Quintet…

Präsentiert von Deutschlandfunk Kultur, Jazzthetik und Jazz Guide Berlin

Dienstag, 5. Juni, 20h Kesselhaus
ROBERTO NEGRO DADADA (Frankreich / Italien) // Record Release, Roberto Negro, Klavier / Émile Parisien, Sopran Saxofon / Michele Rabbia, Schlagzeug + MICHEL PORTAL / BOJAN Z / NILS WOGRAM / BRUNO CHEVILLON / LANDER GYSELINCK (Frankreich / Deutschland / Belgien), Michel Portal, Klarinette / Bojan Z, Klavier / Nils Wogram, Posaune / Bruno Chevillon, Kontrabass / Lander Gyselinck, Schlagzeug

Mittwoch, 6. Juni 20h
PABLO HELD TRIO invite NELSON VERAS (Deutschland/ Brasilien) Pablo Held, Klavier / Robert Landfermann, Kontrabass / Jonas Burgwinkel, Schlagzeug / Nelson Veras, Gitarre + AIRELLE BESSON TRIO (Frankreich / Deutschland)
Airelle Besson, Trompete / Sebastian Sternal, Kontrabass / jonas Burgwinkel, Schlagzeug + HUGUES MAYOT “WHAT IF“ (Frankreich / Belgien) Hugues Mayot, Tenor Saxofon / Jozef Dumoulin, Fender Rhodes / Joachim Florent, Kontrabass / Franck Vaillant, Schlagzeug

Donnerstag, 7. Juni, 20h
IKUI DOKI (Frankreich) Jazz Migration
Sophie Bernado, Fagott / Rafaelle Rinaudo, Harfe / Hugues Mayot, Saxofon + YORGOS DIMITRIADIS / PHILIPPE LEMOINE / ANDREA PARKINS (Griechenland / Frankreich / USA) Yorgis Dimitriadis, Schlagzeug / Philippe Lemoine, Saxofon / Andrea Parkins, Akkordeon + HANS LÜDEMANN T.E.E. ENSEMBLE (Deutschland / Frankreich) Hans Lüdemann, Klavier / Silke Eberhard, Saxofon / Alexandra Grimal, Saxofon / Théo Ceccaldi, Geige / Ronny Graupe, Gitarre / Yves Robert, Posaune / Sébastien Boisseau, Kontrabass / Dejan Terzic, Schlagzeug

Freitag, 8. Juni, 20h Kesselhaus
NOVEMBRE (Frankreich) Jazz Migration
Antonin-Tri Hoang, Saxofon / Romain Clerc-Renaud, Klavier / Thibault Cellier, Kontrabass / Elie Duris, Schlagzeug
+ BEDMAKERS “Tribute to an Imaginary Folk Band“ (Frankreich) Robin Fincker, Tenor Saxofon, Klarinette / Mathieu Werchowski, Geige / Fabien Duscombs, Schlagzeug
+ FRANÇOIS CORNELOUP QUINTET (Frankreich)
François Corneloup, Bariton Saxofon / Simon Girard, Posaune / Sophia Domancich, Klavier und Fender Rhodes/ Joachim Florent, E-Bass / Vincent Tortiller, Schlagzeug

Tickets sind seit dem 01. März erhältlich unter www.jazzdor-strasbourg-berlin.eu sowie auf www.kesselhaus.net

MEHR INFOS
www.jazzdor-strasbourg-berlin.eu
www.facebook.com/jazzdorberlin

PRESSEKONTAKT
Die LAUTsprecherin PR und Presse für Kultur
Anne Katrin Hülsmann
Email : akh@dielautsprecherin.de


XJAZZ Festival 9 - 13 Mai

10. MAI
Erik Leuthäuser · XJAZZ Festival
Do 19:00
Orania.Berlin

10. MAI
Manu Katche · XJAZZ Festival
Do 19:30
Lido Berlin

10. MAI
Dima Bondarev · XJAZZ Festival
Do 19:30 · von XJAZZ
Monarch Berlin

10. MAI
Shake Stew · XJAZZ Festival
Do 19:30 · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin

10. MAI
Kai Schumacher · XJAZZ Festival
Do 20:30 · von XJAZZ
Orania.Berlin

10. MAI
Marsmobil · XJAZZ Festival
Do 21:15 · von XJAZZ
Monarch Berlin

10. MAI
Polyversal Souls & Guy One · XJAZZ Festival
Do 21:30 · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin

10. MAI
We Out Here - Joe Armon-Jones · XJAZZ Festival
Do 21:30 · von XJAZZ
Bi Nuu

10. MAI
Dinosaur · XJAZZ Festival
Do 23:00 · von XJAZZ
Lido Berlin

10. MAI
Ruby Rushton · XJAZZ Festival
Do 23:15 · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin

11. MAI Studnitzky Solo · XJAZZ Festival Fr 1:00 · von XJAZZ

11. MAI
Stella Chiweshe· XJAZZ Festival
Fr 17:30 · von XJAZZ
Emmauskirche

11. MAI
Richard Koch Quartett · XJAZZ Festival
Fr 18:00 · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin

11. MAI
Lea W. Frey · XJAZZ Festival
Fr 19:30 · Judy ist interessiert
Lido Berlin

11. MAI
Songs From a Breeze ft. Deniz Mahir Kartal · XJAZZ Festival
Fr 19:30 · von XJAZZ
FluxBau

11. MAI
Simona Severini· XJAZZ Festival
Fr 19:30 · von XJAZZ
Monarch Berlin

11. MAI
Tomasz Stanko · XJAZZ Festival
Fr 19:45 · von XJAZZ
Emmauskirche

11. MAI
Stimming x Lambert, JRBB, Ralph Heidel. (Kryptox Showcase)
11. Mai - 12. Mai · 1.083 Gäste
Säälchen

11. MAI
Jono McCleery · XJAZZ Festival
Fr 20:00 · von XJAZZ
Bi Nuu

11. MAI
Jono McCleery Trio · XJAZZ Festival
Fr 20:00 · von XJAZZ
Bi Nuu

11. MAI
Mockemalör · XJAZZ Festival
Fr 21:00 · von XJAZZ
Monarch Berlin

11. MAI
Moka Efti Orchestra · XJAZZ Festival
Fr 21:00 · von XJAZZ
Lido Berlin

11. MAI
Lahza · XJAZZ Festival
Fr 21:30 · von XJAZZ
FluxBau

11. MAI
Clara Haberkamp · XJAZZ Festival
11. Mai - 12. Mai · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin

11. MAI
Tatu Rönkkö + Timothée Quost · XJAZZ Festival
Fr 23:15 · von XJAZZ
Emmauskirche

11. MAI XJAZZ Kids
Sa 16:00 · von XJAZZ
Circus Schatzinsel

12. MAI
Milad Khawam · XJAZZ Festival
Sa 17:30 · von XJAZZ
Circus Schatzinsel

12. MAI
Killing Popes · XJAZZ Festival
Sa 18:00 · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin

12. MAI
Maarja Nuut & HH · XJAZZ Festival
Sa 18:00 · von XJAZZ
Lido Berlin

12. MAI
Pranke · XJAZZ Festival
Sa 19:30 · von XJAZZ
Monarch Berlin

12. MAI
Kristjan Randalu Trio · XJAZZ Festival
Sa 19:45 · von XJAZZ
Emmauskirche

12. MAI
Bernhard Meyer "Murmuration" · XJAZZ Festival
Sa 19:45 · von XJAZZ
Watergate Club "Official"

12. MAI
Natalie Greffel · XJAZZ Festival
Sa 19:45 · Judy Niemack nimmt teil
PRIVATCLUB Berlin

12. MAI
Lycian Herbs · XJAZZ Festival
Sa 20:00 · von XJAZZ
FluxBau

12. MAI
Maurice & Die Familie Summen · XJAZZ
Sa 21:00 · von XJAZZ
Lido Berlin

12. MAI
Bobby Rausch · XJAZZ Festival
Sa 21:15 · von XJAZZ
Monarch Berlin

12. MAI
Hess Is More · XJAZZ Festival
Sa 21:30 · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin

12. MAI
Fazer · XJAZZ Festival
Sa 21:30 · von XJAZZ
Watergate Club "official"

12. MAI
Roedelius & Kasar · XJAZZ Festival
Sa 21:30 · von XJAZZ
Emmauskirche

12. MAI
Komfortrauschen + Ameli Paul · XJAZZ Festival
Sa 23:00 · von XJAZZ
FluxBau

12. MAI
Urban Base Jam · XJAZZ Festival
Sa 23:30 · von XJAZZ
PRIVATCLUB Berlin


Das Festival 2017
In einer Welt, in der tagtäglich Mauern errichtet und Grenzen befestigt werden, in der Staatsführer*innen kulturellen Isolationismus fördern und Minderheiten ausgegrenzt werden, und in der Kindern beigebracht wird, dass sie sich vor Diversität fürchten müssen, ruft uns der Jazz eine ganz simple Tatsache in Erinnerung: Menschen und Gesellschaften sind dann am besten aufgestellt, wenn sie im Geiste von Offenheit und Inklusion zusammenarbeiten.

Aus den Geschichtsbüchern wissen wir, dass die ersten Jazzplatten im Jahr 1917 aufgenommen wurden. Seitdem hat dieses Musikgenre beispielhaft gezeigt, wie Weiterentwicklung vor allem durch Zusammenarbeit entsteht, und zwar nicht nur zwischen einzelnen Musiker*innen, sondern auch zwischen scheinbar grundverschiedenen Kulturen. Das Jazzfest Berlin 2017 wird erneut veranschaulichen, dass der Jazz, während er seinen kostbaren afroamerikanischen Kern bewahrt, ganz ungeachtet ihrer Herkunft alle diejenigen willkommen heißt, die auf ihrem Recht bestehen, anders zu sein, Orthodoxie zu hinterfragen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen zu finden. Aus diesem Grund beginnt das auf nunmehr sechs Tage verlängerte Festival in diesem Jahr nicht an seinem Wilmersdorfer Stammplatz, sondern in Kreuzberg – wo zahlreiche Kulturen aufeinandertreffen und mit Bands, die aus Rap, Hip-Hop, Poetry und den musikalischen Perspektiven Indiens und Afrikas reizvolle neue Kombinationen erschaffen.

Zum ersten Mal in den 54 Jahren seines Bestehens wird das Festival einen Artist-in-Residence haben: Der in New York ansässige Komponist, Schlagzeuger und Bandleader Tyshawn Sorey wird sowohl mit seinem Trio zu hören sein als auch in einem Late-Night-Konzert, bei dem er als Solist und im Duo mit dem Berliner Saxophonisten Gebhard Ullmann auftritt. Außerdem wirkt Sorey in einem nach der sogenannten „Conduction“-Methode geleiteten Konzert mit, das eigens für das Jazzfest konzipiert wurde und verschiedene Musiker*innen aus der Berliner Musikszene integriert.

Ein Großteil der komponierten Musik des diesjährigen Programms wurde eigens für das Festival geschrieben. Die ca. 60-minütige Komposition, die der Trompeter Ambrose Akinmusire vorstellt, basiert auf Aufnahmen aus dem Jahr 1939, in denen die Stimme einer weiblichen Strafgefangenen im amerikanischen Bundesstaat Mississippi zu hören ist. Der irakisch-amerikanische Trompeter Amir ElSaffar und sein Ensemble spielen eine Eigenkomposition, die die außergewöhnliche Akustik der evangelischen Kirche am Hohenzollernplatz miteinbezieht. Geir Lysne, Leiter der NDR Bigband, dirigiert eine Uraufführung, die die traditionelle Musik seiner norwegischen Heimat reflektiert. Ebenfalls aus Norwegen stammen die sieben Sängerinnen von Trondheim Voices, die in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche auf den Organisten Kit Downes treffen.

Der Gitarrist Nels Cline ist vor allem als Mitglied der Rockband Wilco bekannt. Er reist mit seinem Projekt „Lovers“ an und spielt gemeinsam mit einem Kammerorchester Jazzstandards und Broadwaymelodien. Dr. Lonnie Smith, einer der großen Interpreten der Hammond-B3-Orgel, prägt mit gefühlvoller Wärme das Programm. Zwei Pianisten ganz unterschiedlicher Generationen spielen unbegleitet: Michael Wollny, der Jungstar des europäischen Jazz, gibt eines seiner seltenen Solokonzerte. René Urtreger wird anschließend an eine Vorführung von Louis Malles „Fahrstuhl zum Schafott“ auftreten und auch über seine Erinnerungen an die Aufnahmen der dazugehörigen Filmmusik mit Miles Davis 1957 in Paris sprechen. Zum Abschluss des Jazzfest Berlin 2017 wird John Beasleys preisgekrönte Bigband MONK’estra zu hören sein, zum ersten Mal mit dem deutschen Startrompeter Till Brönner als Gast.

In diesem Jahr wird das Festival zum dritten und letzten Mal von seinem britischen Kurator gestaltet. Da Berlin und London in absehbarer Zukunft nicht mehr Teil derselben Europäischen Gemeinschaft sein werden, erscheint es nur richtig, dass im Jahr 2017 Musiker*innen aus beiden Städten an drei Abenden im intimen Rahmen des A-Trane mit vereinten Kräften und in bisher noch nicht gehörten Kombinationen stichhaltige Argumente für kulturelle Zusammenarbeit liefern. Sie und die circa 150 weiteren Musiker*innen dieses Festivalprogramms werden beweisen, dass die Botschaft des Jazz am wertvollsten ist, wenn sie, wie Ornette Coleman einmal sagte, „in allen Sprachen“ ihren Ausdruck findet.

Richard Williams
Künstlerischer Leiter Jazzfest Berlin

Thomas Oberender
Intendant Berliner Festspiele

Künstler*innenliste

Ambrose Akinmusire
John Beasley’s MONK’estra
Nels Cline Lovers
Punkt.Vrt.Plastik: Kaja Draksler / Petter Eldh / Christian Lillinger
Empirical
Amir ElSaffar + Zinc & Copper
Heroes Are Gang Leaders
Ingrid & Christine Jensen mit Ben Monder
Amirtha Kidambi & Elder Ones
Geir Lysne + NDR Bigband
Steve Lehman & Sélébéyone
Shabaka & the Ancestors
Dr. Lonnie Smith Trio
Trondheim Voices + Kit Downes
Tyshawn Sorey
René Urtreger
Mônica Vasconcelos
Michael Wollny

Programm

Heroes Are Gang Leaders / Shabaka and the Ancestors
Lido
DI 31.10.2017, 20:00

Amirtha Kidambi & Elder Ones / Steve Lehman & Sélébéyone
Lido
MI 01.11.2017, 20:00

Tyshawn Sorey Trio / NDR Bigband: Geir Lysne’s Abstracts from Norway
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
DO 02.11.2017, 20:00

Jean-Paul Bourelly, Frank Gratkowski, Orphy Robinson, Pat Thomas, Berlin-London Conversations 1
A-Trane
DO 02.11.2017, 21:00

Mônica Vasconcelos
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
DO 02.11.2017, 23:00

Tyshawn Sorey, Angelika Niescier
Albert-Mangelsdorff Preisverleihung (Deutscher Jazzpreis)
Preisträgerin: Angelika Niescier
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
FR 03.11.2017, 17:30

Michael Wollny / Ambrose Akinmusire
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
FR 03.11.2017, 20:00

Kit Downes, Philipp Gropper, Lucy Railton, Oliver Steidle
Berlin-London Conversations 2
A-Trane
FR 03.11.2017, 21:00

Tyshawn Sorey & Gebhard Ullmann
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
FR 03.11.2017, 23:00

Fahrstuhl zum Schafott
Ascenseur pour l’échafaud (Fahrstuhl zum Schafott)
Film von Louis Malle
Cinema Paris
SA 04.11.2017, 12:00

René Urtreger
Talk & Concert
Maison de France / Salle Boris Vian
SA 04.11.2017, 14:15

Amir ElSaffar + Zinc & Copper
Kirche am Hohenzollernplatz
SA 04.11.2017, 16:30

Lawrence D. „Butch“ Morris: The Art of Conduction
Buchpräsentation mit Daniela Veronesi
Haus der Berliner Festspiele, Oberes Foyer
SO 05.11.2017, 17:30

Empirical / Nels Cline Lovers / Dr. Lonnie Smith Trio
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
SA 04.11.2017, 18:30

Silke Eberhard, Sarah Tandy, Daniel Casimir, Kay Lübke
Berlin-London Conversations 3
A-Trane
SA 04.11.2017, 21:00

Punkt.Vrt.Plastik
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
SA 04.11.2017, 23:00

Trondheim Voices & Kit Downes
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
SO 05.11.2017, 15:00

Tyshawn Sorey / Ingrid & Christine Jensen with Ben Monder: Infinitude / John Beasley’s MONK’estra
Haus der Berliner Festspiele, Große Bühne
SO 05.11.2017, 19:00